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CmL1996 V 1 Maria als Weg zur Christusgeburt heute
J. Kentenich, aus: Vortrag für Schönstattpatres, 31.5.1963

Jetzt könnte ich wieder von verschiedensten Ausgangspunkten ausgehen. Jetzt könnte ich ausgehen von dem Gedanken - denken Sie an Guardini - „neueste Zeit“. Also Unterschied: Altertum, Mittelalter, neue, neueste Zeit. Also wir stehen vor einem derartigen Einschnitt in der Gesichte, daß man einfach glaubt, berechtigt zu sein, von einer „neuesten Zeit“ zu sprechen.

Was das besagt? Wir leben halt in einer Zeit - soll ich so sagen? -, wo wir eine neue göttliche Initiative erwarten müssen - was ich jetzt sage, will ich auch wieder einmal voraussetzen -, nachdem der Teufel auch seine diabolische Initiative ergriffen hat. Eine neue Initiative muß Gott ergreifen. Dann sage ich Ihnen eigentlich einen meiner liebsten persönlichen Gedanken. Sehen Sie, die Geschichte wiederholt sich, Heilsgeschichte. (Die) Heilsgeschichte hat begonnen mit der Geburt und dem Ja der lieben Gottesmutter. Wenn die heutige Welt wieder zurückfinden will zu Christus, muß die Gottesmutter Christus neu gebären. Auch hier darf ich voraussetzen, daß Sie das innerlich bejahen. Aber wenn Sie darüber nachdenken oder sprechen, müssen wir das alles neu begründen und auch neu studieren, sonst verstehen Sie nie die ganze Tiefe Schönstatts mit seinem Liebesbündnis. Die Gottesmutter will eine ganz neue Welt kreieren, eine neue Welt schaffen von hier aus, Christus soll neu geboren werden! Auch hier, ich denke mir, daß es Ihnen so geht, wie mir heute von anderer Seite noch gesagt wurde: je mehr man sich in „Himmelwärts“ einstudiert, desto vielgestaltiger sind die Antworten, die man dorten findet. Da sind oft (nur) so ein paar Worte, so Fernblicke für uns geöffnet. Man braucht nur eine Zeit, bis man das erfaßt.

„Wir danken dir für alle Gaben,

die wir so reich empfangen haben,

daß Schönstatt du hast auserkoren

und Christus dort wird neu geboren“ (HW 13,4).

Verstehen Sie, was das heißt? Es ist nicht nur so, wie halt ja überall Christus neu geboren (wird). Nein, nein! Das müssen Sie mit dieser Wucht sehen, mit dieser großen Einstellung: muß neu geboren werden. Darum ist es auch von so großer Bedeutung, daß wir festhalten, was wir von Anfang an gewollt. Was ist das? Die Liebe zur Gottesmutter. Die Gottesmutter nicht nur (als) der Weg zur Vaterinnigkeit, sondern auch als der Weg zur Christusgeburt für die heutige, für die neue Zeit.

Ich weiß es nicht einmal, ob ich das mit wenig Worten so klar genug sage, was ich meine. Mich dünkt halt so: Wenn wir nicht festhalten an unserm Liebesbündnis als der Lebensquelle nicht nur der Ideen, sondern der Lebensquelle für all unser Wollen, schon rein äußerlich betrachtet, ja, du meine Güte, was bilden wir uns dann ein! Sehen wir einmal: was haben wir für Talente? Wenn wir alle ehrlich sehen, wie wir sind: Knirpse sind wir, Liliputaner sind wir. Wenn wir jetzt bauen würden auf unsere Fähigkeiten, auf unsere Leistungen, ja, du meine Güte, (dann) wird jeder sagen: da oben im Oberstübchen, da ist etwas nicht in Ordnung. (Da) ist auch etwas nicht in Ordnung. Weshalb? Weil das natürliche Denken ausgeschaltet ist. Aber wenn wir darum nicht wie Köhlerkinder oder wie Köhler glauben an unser Liebesbündnis, dann ist das ja alles Phantasie, was wir machen, (dann) ist das ja alles Phantasierausch. Der tiefe Glaube (muß uns tragen), daß wir weiter nichts zu tun haben, als die Gottesmutter überall aufs Schlachtfeld zu führen und ihr Gelegenheit zu geben, Christus neu zu gebären.

Erschienen in:
Joseph Kentenich
Christus mein Leben
Ausgewählte Texte zum Christus-Jahr 1997
Herausgegeben von Günther M Boll, M. Pia Buesge, Peter Wolf
Patris-Verlag Vallendar-Schönstatt
www.patris-verlag.de

 

Eingestellt von
O B
KM
Eingestellt am: 24.11.2009 17:06
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