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Erzieher- und Erziehungsbewegung
M. Erika Frömbgen

Mit diesem Ausdruck wird ein Selbstverständnis ausgesagt, das der Schönstatt-Bewegung von ihren ersten Gründungsanfängen her inhärent ist. Das pädagogische Charisma P. Kentenichs, das sich auf dem Hintergrund von Strömungen der Reformpädagogik und der Jugendbewegung entfaltete, nahm immer mehr Gestalt an und wurde in der werdenden und wachsenden Schönstatt-Bewegung pädagogisch-konkret aufgegriffen und als Gründungsanliegen festgehalten und ausgeweitet (vgl. >>Gründungsurkunden). Der Impuls zur >>Selbsterziehung in der "Vorgründungsurkunde" (1912) paarte sich bereits 1914 mit der Einsicht, dass ein solches Ziel nur dann in seiner vollen Ernsthaftigkeit anzunehmen und anzustreben ist, wenn sich "menschliche Ohnmacht" bewusst und entschieden mit "göttlicher Allmacht" verbindet. So ist auch die Zweite Gründungsurkunde 1939 zu verstehen, in der P. Kentenich alle pädagogischen Erfolge dankbar auf das marianische >>Liebesbündnis zurückführt. Konkret: Das "Schönstätter Liebesbündnis" versteht sich als ein "Erziehungsbündnis", in dem Maria, der Mutter Christi, die besondere Aufgabe der "Erzieherin" auf der Basis der >>Gotteskindschaft und >>Christusgliedschaft zugesprochen wird, die im Taufbündnis grundgelegt ist. Die konsequente Folgerung daraus ist nicht nur die Bereitschaft, sich in diesem Sinne zu erziehen und inspirieren zu lassen, sondern persönlich und in Gemeinschaft an dem pädagogischen Dienst der >>Erneuerungsbewegung aktiv Anteil zu nehmen. Die Schönstatt-Bewegung weiß sich dem pädagogischen Charisma des Gründers verpflichtet. Sie versucht darum, Lebensvorgänge und Probleme in Gesellschaft und Kirche pädagogisch zu verstehen und anzugehen.

>>Erziehung, >>Pädagogik

Literatur:

J. Kentenich, Texte zum Verständnis Schönstatts. Herausgegeben von Günther M. Boll, Vallendar-Schönstatt 1974 27 ff. 34. 109

J. Kentenich, Das Lebensgeheimnis Schönstatts. I. Teil: Geist und Form (Brief an Joseph Schmitz, geschrieben in Santiago/Chile, ab dem 3. Mai 1952), Vallendar-Schönstatt 1971, 242 S.I, 78

J. Kentenich, What is my philosophy of education?, in: Philosophie der Erziehung. Prinzipien zur Formung eines neuen Menschen und Gemeinschaftstyps. Bearbeitet von Herta Schlosser, Vallendar 1991, 39-89, 41.

M. Erika Frömbgen

 

Schönstatt-Lexikon:
Herausgeber: Internationales Josef-Kentenich-Institut für Forschung und Lehre e.V. (IKF)
Verlag: Patris-Verlag, Vallendar-Schönstatt - All rights by Patris-Verlag -
www.patris-verlag.de
Online-Präsentation:  Josef-Kentenich-Institut e.V. (JKI)

Eingestellt von
O. B.
B. M.
Eingestellt am: 24.11.2010 10:04
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