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Sonntag 16.06.2024, 09:09 Uhr
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Bericht von der Reise zum Regiotreffen der Regio Nuevo Belén

vom 4.-15.1.2018 in Santiago de Chile

Generalrektor Dr. Christian Löhr 

8.

Freitag, 12.1.2018

Um 8.00 Uhr feiern wir die Morgenmesse zusammen mit den anwesenden Bundespriestern im Coenaculum-Heiligtum. Ein Ligapriester steht der Messe vor und freut sich, das erste Mal in diesem Heiligtum zelebrieren zu können. Im Anschluss machen wir ein Gruppenfoto. Ich schicke es an Rektor Egon Zillekens, weil mich einige Bundespriester gebeten haben, ihm Grüße zu bestellen.

Madonna

 

Nach dem Frühstück kommen wir zur Auswertung der Tagung zusammen. Die Mitbrüder äußern große Dankbarkeit für die gesegneten Tage hier in Santiago. Die einzige leichte Kritik, die geäußert wird, ist die, dass manchen der unterweisend-fortbildende Charakter etwas zu kurz kam. Sie hätten sich gern intensiv mit einem Thema oder Text der Schönstättischen Spiritualität beschäftigt.

 

 

Beim Regiotreffen im nächsten Jahr wird dieser Aspekt deutlicher sein: Zusammen mit Kurt Faulhaber werde ich eine COPA (Pastoralkonferenz) über die „Kentenichpastoral – Pastoral am Puls“ für die Regio Nuevo Belen halten. Wir vereinbaren uns für 7.-12.1.2019 in Guayaquil (Ecuador). Roberto Monachesi wird die Dokumente dafür im Vorfeld ins Spanische übersetzen.  

Keuzgang
Nach dem Mittagessen und einer kurzen Siesta fahren Michael Hergl, Helmut Rügamer und ich mit der Metro in die Innenstadt. Wir steigen an der katholischen Universtität aus und besuchen das große Gebäude. Die beiden Innenhöfe werden gerade für den bevorstehenden Papstbesuch in Chile (15.-17.1.2018) vorbereitet. Es gibt auch eine Ausstellung mit Mariengemälden, die wir uns ansehen.

 

 

 

Unser Weg führt uns weiter zur Franziskanerkirche, wo wir zuerst das Museum rund um den großen Kreuzgang besuchen. Als Priester haben wir freien Eintritt. Die Ausstellung enthält viele Gemälde, darunter einen beeindruckenden Zyklus aus dem Leben des Heiligen Franziskus, Statuen, Möbel und Gewänder. Im Kreuzgang wachsen die Bäume so dicht, so dass der Eindruck eines Parks entsteht. Ein Pfau und ein Gockel stolzieren darin herum. Vermutlich mussten die Franziskaner wegen dieses großen Kreuzgangs ihr Kloster kaum verlassen.

Trödler
Die verschiedenen Erdbeben haben Schäden hinterlassen, der starken Gebäudesubstanz selbst aber kaum etwas anhaben können. Die Kirche ist aus großen, unverputzten Steinquadern. Hier, wie auch in anderen Kirchen der Innenstadt, fallen uns viele Menschen unterschiedlichsten Alters auf, die vor den Heiligenfiguren in tiefes Gebet versunken sind. Junge Leute bringen Blumen und legen sie auf die Altäre. Die Frömmigkeit ist hier offenkundig viel tiefer im Volk verankert, als dass das in Deutschland der Fall ist.

 

Wir besuchen die Augustinerkirche an der Fußgängerzone, in der sich die meisten Beter um den Altar der Heiligen Rita von Cascia versammeln, der Patronin für ausweglose Angelegenheiten. Durch die Fußgängerzone, in der viele Produkte durch fliegende Händler auf dem Boden feilgeboten werden, gelangen wir zur Plaza de Armas.

Im Tourismusbüro lassen wir uns einige der wenigen vorhandenen Broschüren und einen Stadtplan geben. Die Kathedrale ist noch bis 17.30 Uhr geschlossen, so dass wir benachbart noch einen Kaffee trinken. Laut Karte ist es ein Espresso; vermutlich ist er aber auch wieder nur eingerührt. Der Ober entschuldigt sich, dass er für das Bestellte so lange gebraucht habe; es sei der erste Espresso, den er gemacht habe.

Kathedrale

 

Zur Öffnungszeit der Kathedrale haben wir erst den Eindruck, dass heute kein Einlass gewährt wird, wegen der Vorbereitungen auf den Papstbesuch. Als einige Leute durch die halb angelehnte Tür schlüpfen, trauen auch wir uns und können unbehelligt die Metropolitan-Kathedrale besuchen. In der silbern ausgeschlagenen Kapelle mit dem Allerheiligsten beten wir die Vesper.

 

 

 

Fluss
Dann gehen wir weiter durch die Fußgängerzone, durch mehrere Markthallen mit Fleisch, Fisch und Blumen, bis zum Mapocho-Fluss. Wir überqueren die Brücke und gehen die lange Straße Antonia Lopez de Bello bis zur Casa Pablo Neruda vor. Dieses Haus hat sich der berühmte chilenische Dichter für sich und seine Frau am Fuß des großen Stadtparks gebaut.

Am Eingang des Parque Metropolitano erfahren wir, dass die Standseilbahn (Funikular) leider nicht funktioniert. So steigen wir die gut 200 Meter bis zur großen Virgen Cumbre zu Fuß hinauf auf einem kleinen, naturbelassenen Pfad, der auch von tollkühnen Radfahrern benutzt wird. Der Aufstieg ist nicht wenig anstrengend, so dass wir froh sind, nach etwa einer Stunde oben anzukommen.

Stadt
Das Panorama über der riesigen Stadt nach allen Seiten ist atemberaubend. Sehr viele Radfahrer sind hier oben; Leute zu Fuß wie wir sehen wir hingegen kaum. In Chile geht man nicht zu Fuß.

 

 

 

 

 

 

Joh Paul
Wir steigen des letzte Stück zur weißen Monumentalfigur der Gottesmutter hinauf. Es gibt eine Statue von Papst Johannes Paul II., Urnengräber, große Kommemorationskreuze und einen Teil für Kerzen und Votivgaben. Viele Leute haben hier für Gebetserhörungen gedankt.

 

 

 

 

 

Sonnenuntergang

 

 

Zum Sonnenuntergang um 21.00 Uhr sitzen die Verliebten dichtgedrängt auf dem Balkon und bestaunen den feuerroten Himmel. Wir machen viele Fotos und schicken sie gleich in alle Welt, weil hier oben eigens freies WiFi zur Verfügung steht.

 

 

 

Michael Helmut

 

Für den Abstieg planen wir an der ausgehängten Karte, diesmal die Straße zu benutzen und ein kleines Stück zwischen einer Serpentine über den Pfad abzukürzen. Das wird uns zum Verhängnis: der Pfad endet im nichts, besser gesagt im Gestrüpp und in Steingeröllhalden. War der Aufstieg schon eine Strapaze, so es es nun der Abstieg über Stock und Stein erst recht.

 

 

 

Flagge

 

Uns sitzt die einbrechende Nacht im Nacken, so dass wir auch noch recht schnell gehen müssen. Fast unten angekommen, hört der Weg ganz auf und wir kraxeln auf allen Vieren vorwärts. Unsere Schuhe und Hosen bekommen den Rest …

Aber: wir sind wieder unten angekommen, haben den Weg zur nächsten Metro-Station gefunden und waren froh, in der Casa S. José noch ein Abendessen für uns vorzufinden.

 

Dieser interessante Tag endet mit den Mitbrüdern, die auch noch dazukommen, bei Bier und Wein.

Fortsetzung 

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