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Dienstag 09.08.2022, 12:34 Uhr
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Besuch des Generalrektors Dr. Christian Löhr
in der Regio Nuevo Belén

Dezember 2018 – Januar 2019

 

 

Montag, 24.12.2018

Nach gut sechs Stunden Fahrt komme ich ganz pünktlich am Busbahnhof Retiro in Buenos Aires an. Alejandro erwartet mich schon. Wir fahren mit seinem Auto durch die gerade erwachende Stadt in seine Pfarrei zurück, diesmal am großen, neobarocken Parlamentsgebäude vorbei.

Heute ist der Tag etwas ruhiger und ich nutze die Zeit zum Schreiben meines Reiseberichtes und von Weihnachtsglückwünschen.

                
P. Alejandro Zelaya trägt das Christkind in die Christmette
P. Alejandro Zelaya trägt das Christkind in die Christmette

 

 

Um 20.00 Uhr beginnt die Feier der Christmette. Als ich in die Sakristei komme, ist dort schon ein munteres Treiben. Die beiden ständigen Diakone sind da, ein Priesteramtskandidat, der eigentlich aus der Nachbarpfarrei kommt und die Messdiener, die ich schon von der Samstag-Vorabendmesse her kenne. Wir ziehen durch den Haupteingang ein. P. Alejandro trägt das Christkind und legt es in die Krippe vor dem Altar. Beim Einzug schauen wir in gespannte, erwartungsvolle Gesichter und leuchtende Augen. Noch sind nicht alle Plätze der eher kleinen Kirche gefüllt. Während des Wortgottesdienstes werden noch so viele Leute kommen, dass dann alle Plätze besetzt sind.

 

 

Der Bischof schreibt für die Christmette jedes Jahr ein Hirtenwort, das bei allen Weihnachtsgottesdiensten verlesen wird. Was ich aufgrund der schlechten Akustik der dumpfen Lautsprecher verstehe, gibt es auch einen sehr politischen Teil darin. Alejandro geht nach dem Hirtenwort zur Krippe und schließt noch einige persönliche Worte an.

Auch heute in der Christmette werden das Schuld- und Glaubensbekenntnis gebetet und auch die Tagesgebete nicht gesungen. Das laute Schnurren der Ventilatoren ist mir deutlich zu laut. Ich würde es in der Christmette gern stiller haben, aber bei tagsüber über 30 Grad ist die Lüftung wohl unerlässlich.

Nach der Kommunion singe ich a-capella das Stille Nacht, das heute auf den Tag 200 Jahre alt wird. Alejandro hat mich darum gebeten. Ich wollte eigentlich ohne Mikrophon singen, nehme es dann aber doch wegen der starken Nebengeräusche von den Ventilatoren. In den ersten Reihen summt jemand mit, der sich mir am Ende der Messe als deutschstämmig vorstellt. Überhaupt sind die Begegnungen nach der Heiligen Messe interessant:

Der Altardienst geht nach dem Segen nach unten und Alejandro nimmt das Christkind wieder aus der Krippe. Er dreht sich damit zur Gemeinde und einer nach dem anderen kommt, um das Christkind mit einem Kuss zu verehren, wozu es ihnen durch ihren Pfarrer dargeboten wird. Meist bekommt Alejandro dann auch seinerseits einen Wangenkuss mit einem Weihnachtswunsch. Weil die Diakone und ich gleich neben ihm stehen, findet es sich quasi automatisch, dass alle Leute auch uns durch eine Umarmung und gemäß ortsüblicher Tradition durch einen Wangenkuss auf einer Seite „feliz navidad!“ wünschen.

Nach der Liturgie sind Alejandro, seine Mutter und ich im Pfarrhaus noch zum Abendessen zusammen. Ich hatte eine Flasche Champagner mitgebracht, mit der wir anstoßen. Für Mutter Angela habe ich eine Weihnachtsikone mitgebracht und für Alejandro eine kleine Krippe. Wir essen Empanadas und Schweinefleisch und trinken einen guten argentinischen Rotwein. Weil wir morgen bald zum Flughafen fahren müssen, muss ich mich von der Mutter von Alejandro schon verabschieden.

 

 

Fortsetzung 

 

 

 

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