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Tagebuch
Reise nach Peru und Dominikanische Republik
8.-27.8.2017 - Dr. Christian Löhr
8. Folge


 

 

 

Dienstag, 15.8.2017

Um 8.00 Uhr sind Michael und ich zum Frühstück. Heute stört mich der Fernseher im Restaurant, der sehr laut eingestellt ist. Die Nachrichten sind nicht die besten, schon wieder wird vom Streik der Lehrer berichtet, und ich empfinde, dass der Fernseher richtig schreit.

15.8.2017 Schönstattpriester vor der Bischofsweihe in der Kathedrale
15.8.2017 Schönstattpriester vor der Bischofsweihe in der Kathedrale
Kurz nach 9.00 Uhr verlassen Michael und ich unser Hotel in Richtung der nahen Kathedrale. Wir wollen noch eines der versprochenen 100 Messgewänder erwischen, weshalb wir so bald losgehen. In der Kathedrale ist schon einiges los. Viele Priester haben sich schon umgezogen. Wir begegnen vor der Sakristei zwei Mitbrüdern aus dem Priesterverband: Pepe Plaza und seinen Mitbruder, der Militärpfarrer bei den chilenischen Luftstreitkräften ist. Ich ziehe mich an und setze mich dann zu diesen beiden, um näheren Kontakt aufzubauen. Es kommt auch der Schönstatt-Pater Eduardo Aguirre zu uns, den ich von einer Sitzung des Generalpräsidiums in Schönstatt schon kenne. Er hatte sich damals als neuer Postulator für den Seligsprechungsprozess von Pater Kentenich vorgestellt. Mit ihm und den beiden Mitbrüdern aus unserem Priesterverband möchte ich während der Bischofsweihe in der Kathedrale zusammensitzen.

15.8.2017 Einzug zur Bischofsweihe
15.8.2017 Einzug zur Bischofsweihe
Doch der Hauptkonsekrator Bischof Salvador Pineiro schickt Michael Gerber aus der Sakristei mit den Bischöfen heraus, ich solle als Generalrektor des Priesterverbandes unmittelbar vor Reinhold Nann und den Bischöfen einziehen. Ich bitte Pater Eduardo Aguirre an meine Seite. So erleben wir beim Einzug zum festlichen Weihegottesdienst, wie viele Menschen Reinhold beim Einzug ansprechen und beglückwünschen. Immer wieder brandet Applaus auf.

Neben dem Hauptkonsekrator Bischof Pineiro und seinen beiden Mitkonsekretoren, dem Erzbischof von Trujillo und dem Amtsvorgänger von Reinhold als Prälat von Caravelì und jetzigen Militärbischof, sind noch der neue Nuntius in Peru, Erzbischof Girasole und weitere etwa 20 Bischöfe da. Priester dürften es knapp 100 sein.

Erzbischof Pineiro begrüßt zu Beginn der Liturgie sehr persönlich und herzlich, auch die Familie von Reinhold mit seiner 83jährigen Mutter. Es wird das Ernennungsschreiben des Papstes gezeigt und verlesen. In der Predigt dankt Hauptkonsekrator Salvador Pineiro Reinhold Nann für seinen missionarischen Dienst in Peru seit 25 Jahren. Er erwähnt auch die Schönstatt-Spiritualität und Pater Kentenich, die für Reinhold wichtig sind. Schönstatt wird heute überhaupt bei all den vielen Ansprachen immer im Zusammenhang mit missionarischem Geist genannt.

Die Musik während der Weiheliturgie besorgt ein kleiner, zusammengestellter Chor. Die Kathedrale hat keine Orgel. Man benutzt eine elektronische Orgel und peruanische Instrumente, besonders viel und lautes Schlagwerk. Manche Lieder, so vor allem das Agnus Dei, sind im Sambarhythmus, sehr laut und sehr beschwingt. Leider wurden keine Liedtexte aufgelegt, wie es Reinhold eigentlich zugesagt war, so dass wir den Hymnus „Veni creator spiritus“ nur rudimentär in Latein mitsingen können.  

Peru 2017 69

 

Reinhold erhält einen Bischofsstab, für den er sich im Amazonasgebiet selbst das Holz gekauft hatte. Er ist einfach geschnitzt mit einer ganz leichten Krümmeneigung, aber keiner Schnecke. Bei der Gabenbereitung bringen seine Familienangehörigen Geschenke und Gaben nach vorn. In besonderer Erinnerung wird allen Anwesenden die Ansprache des apostolischen Nuntius am Ende des Weihegottesdienstes bleiben: mit größtem Pathos hebt er die Verbundenheit von Papst Franziskus, den peruanischen Bischöfen und Reinhold Nann hervor. Er bittet ihn, sich als Bischof nicht zu ändern, sondern ein glühender Missionar, nahe am Volk, zu bleiben.

 

 

 

Reinhold hält selbst nach dem Schlusssegen noch eine kleine Dankesansprache und so endet die Feier nach 2 ½ Stunden mit beschwingten Rhythmen und Menschen, die sich freudig beglückwünschen und umarmen. Reinhold kommt erst spät in die Sakristei zurück, da er beim Auszug schon viele Glückwünsche entgegennehmen kann.

03 15.8.2017 Empfang im Innenhof es erzbischöflichen Palastes
03 15.8.2017 Empfang im Innenhof es erzbischöflichen Palastes
Im Innenhof des erzbischöflichen Palastes ist nun ein Empfang. Ich suche mir bei der Familie oben im ersten Stock auf einer Art Balkon einen Platz, von dem aus ich den Innenhof gut überblicken kann. Der Generalvikar von Trujillo überbrückt die Zeit, bis Reinhold kommt, indem er Lieder anstimmt und die Leute animiert, begeistert mitzusingen. Als Reinhold dann eintrifft, werden verschiedene Trinksprüche ausgebracht und es wird angestoßen. Erzbischof Pineiro steht in der Mitte und moderiert das Geschehen auf schöne, familienhafte Weise. So bittet er z. B. darum, dass ein Foto mit ihm und der Mutter von Reinhold gemacht wird. Auch mich bittet er für ein Foto zu sich und schenkt mir eine kleine peruanische Krippe, die aus dem Gebiet seiner Diözese stammt. Der Ortsbischof lässt sich leider an diesem Tag nicht mehr sehen. Von den Häppchen, die angeboten werden, esse ich nichts, weil es ja bald Mittagessen geben wird.

15.8.2017 Einzug in der Pfarrei Madre de Dios
15.8.2017 Einzug in der Pfarrei Madre de Dios
Wir fahren in die ehemalige Pfarrei von Reinhold „Madre di Dios“ am Stadtrand von Trujillo. Dort erwartet den neuen Bischof eine Banda, die ihn in das Pfarrzentrum führt. Dort sitzen die Ehrengäste im großen Pfarrsaal vorn unter einem Schriftzug wie auf einer Bühne. Die Mitte des Saales ist frei geblieben. Die anderen Gäste sitzen in Reihen auf Plastikstühlen die Wände entlang. Ein Lehrer und eine Lehrerin der Grundschule der Pfarrei moderieren lautstark am Mikrofon. Es werden viele Ansprachen gehalten und viele Geschenke überreicht. Wir schwitzen etwas bei den vielen Geschenken, weil sie ja im Flugzeug nach Caravelí mitgenommen werden müssen. Unter anderem überreichen zwei kommunale Vertreter eine Ehrenurkunde und einen Orden.

15.8.2017 Glückwünsche von verschiedenen Gruppen
15.8.2017 Glückwünsche von verschiedenen Gruppen
Während der Ansprachen wird als erstes den Ehrengästen an der großen Tafel, dann auch den anderen Anwesenden in den Reihen, ihnen aber auf Plastiktellern, das Essen gereicht. Es gibt wieder Fleisch und Reis, aber sehr lecker angerichtet. Auch die früheren Pfarreien von Reinhold haben Abordnungen geschickt, die Gratulations-Ansprachen halten.

 

 

 

 

Am Nachmittag wird dann noch getanzt, auch Reinhold lässt sich nicht lumpen und dreht einige Runden mit jeder Dame, die sich ihm dafür anbietet.

 

15.8.2017 Dank an die Tanzgruppe
15.8.2017 Dank an die Tanzgruppe

15.8.2017 Tanzdarbierungen in der Pfarrei
15.8.2017 Tanzdarbierungen in der Pfarrei
15.8.2017 Tanz
15.8.2017 Tanz
 

 

Kurz nach 16.00 Uhr fahren wir zum Schönstatt-Heiligtum ab, wo um 17.00 Uhr die Dankandacht beginnen soll. Viele Leute haben sich eingefunden, im schönsten Sonntagsstaat. Dort, wo wir am letzten Sonntag die Heilige Messe gefeiert haben, stehen nun vier Sessel, auf denen Reinhold, Weihbischof Michael Gerber, Pater Eduardo Aguirre und ich Platz nehmen. Während der Andacht beteiligen sich die Schönstatt-Gruppen, so die Mitglieder der Familien und der Frauen, auch die Gebetsgruppen der Madonna Peleggrina. Am Ende der Feier ziehen wir mit einem Bild mit dem Bischofswappen von Reinhold zum Heiligtum und erneuern dort unser Liebesbündnis. Ich halte eine kurze Dankesansprache im Namen der Schönstattfamilie und unseres Priesterverbandes. Dann wird die Krugpost verbrannt und Reinhold spendet den abschließenden Segen.

Im Schönstatt-Zentrum werden nun Wein zum Anstoßen und kleine Häppchen gereicht. Dabei werden weitere Ansprachen gehalten. Ich spreche etwas mit den Priestern aus der Prälatur Caravelí (etwa die Hälfte des Diözesanklerus von Reinhold sind heute gekommen).

Weil Michael Gerber, Pfarrer Franz Wehrle und Herr Jürgen Huber heute Abend noch nach Lima zurückfliegen, fahren wir zum Hotel, um die Geschenke von Reinhold auf unser Gepäck zu verteilen. Dann verabschieden wir uns voneinander am Ende eines großen und reich gesegneten Tages.

Weitere Fotos vom Tag

Fortsetzung

 

 

 

 

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