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Haus Moriah Karl Leisner 20 Jahre Seligsprechung - Dr. Wolf

Zum 20. Jahrestag der Seligsprechung Karl Leisners

Leisner Hoch

 

Heute am 23. Juni werden es 20 Jahre, dass Papst Johannes-Paul II Karl Leisner im Olympia-Stadion von Berlin selig gesprochen hat. Ich war damals im Stadion und erinnere mich, wie zu Beginn des Gottesdienstes der Bischof von Münster in engagierter und begeisterter Weise und offensichtlich abweichend vom Protokoll Karl vorgestellt hat. In der Predigt zitierte der Heilige Vater dann aus dem Tagebuch von Karl und brachte seine Beziehung zu Schönstatt zum Ausdruck: "Noch bevor er in Dachau gefangen war, entwickelte er bereits eine tiefe Marienverehrung, zu der er von Pater Kentenich und der Schönstatt-Bewegung angeregt worden war. Sein Glaubensmut und seine Begeisterung für Christus sollen vor allem den jungen Menschen, die in einem weithin von Unglauben und Gleichgültigkeit geprägten Umfeld leben, Anstoß und Vorbild sein".

Im Umfeld der Seligsprechung hat der Uniti Patri-Kurs die Initiative ergriffen, um den neuen Seligen in unserem Moriah-Heiligtum präsent zu machen. Vor der Seligsprechung hatten wir immer das bekannte Foto mit dem Pulli aus dem KZ in der Dachau-Kapelle. Dabei bewegte die Mitbrüder die Frage, wie der selige Karl Leisner in Zukunft einmal dargestellt werden wird. Die christliche Ikonographie kennt ja seit Jahrhunderten die Zuordnung von bestimmten Attributen zu den Heiligen, an denen sie erkannt werden können. Die Mitbrüder im Kurs wollten mit ihrer Darstellung dazu einen Vorschlag einbringen.

In der Diskussion ergaben sich zwei Attribute, die zu Karl und seinem Leben ausgezeichnet passen: die Gitarre und die Priesterhostie. Schon als Jugendlicher und Theologiestudent hat Karl über viele Jahre mit großer Begeisterung Gruppen geleitet und Jugendlager veranstaltet. Er konnte andere begeistern und mitreißen, was ihn ins Visier der Gestapo brachte. Die Gitarre war ihm so lieb geworden, dass er sie sich sogar ins KZ schicken ließ, um die Kranken und Gefangenen mit seinem Spiel aufmuntern zu können. Die Priesterhostie in seinen Händen steht für seine Liebe und Begeisterung für Christus. Jahrelang hat er auf den Priesterberuf hin gelebt und um seine Berufung gerungen. Im KZ erfüllte sich seine Sehnsucht. Durch den mitgefangenen Bischof Gabriel Piguet wurde seine Priesterweihe möglich.

In der Darstellung des Bronzeplastik des Münchner Künstlers Johannes Potzler wurden darüber hinaus noch zwei weitere Motive künstlerisch umgesetzt, die Karl in seiner Verbundenheit mit Schönstatt sichtbar machen. Da ist zunächst die Schrift oben im Bild: VICTOR IN VINCULIS. Es entspricht dem Ideal seiner Schönstatt-Gruppe, der Karl im KZ seit 1943 angehörte. Dieses Wort war auch am Bischofsstab zu lesen, der für die Feier im KZ geschnitzt worden war und den der Papst bei der Seligsprechung in Händen hielt. Links unter in der Bronzeplastik findet sich der Name unseres neuen Seligen. Der Künstler hat den Namen bewusst mit der Handschrift von Karl gestaltet. So steht sein Name als Unterschrift auf einem leeren Blatt und will an die Blankovollmacht erinnern, welche seine Schönstatt-Gruppe aus dem Seminar in Münster im Urheiligtum in Schönstatt auf diese Weise vollzogen hat. Karl hat seine Verhaftung und seine Gefangenschaft immer wieder im Kontext dieses "Blankoschecks" gegenüber der Gottesmutter verstanden. Für mich ist dies ein sprechendes Zeichen, dass Karl Leisner ganz wesentlich aus schönstättischer Spiritualität zum Seligen geworden ist. Der Tag der Seligsprechung mag uns eine Einladung sein, immer neu nach dieser Bereitschaft und Ganzhingabe zu streben, aus der unser seliger Karl Leisner gelebt hat.

Dr. Peter Wolf

 
 

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