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Haus Moriah Nachrichten Bericht 07.01.2020

Moriah - Bellavista
 
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Montag, 6.1.2020 - Fortsetzung

Am Vormittag sind noch keine Termine, so dass ich meinen ersten Reisebericht schreiben und zusammen mit den Fotos versenden kann. Zum Mittagessen sind weitere Mitbrüder angereist. Die Mahlzeiten nehmen wir nicht in der Casa S. José selbst ein, sondern im benachbarten Exerzitienhaus. Der sozio-ökonomischen Situation in Chile ist es geschuldet, dass uns im letzten Moment das Personal für diese Tage in unserem eigenen Haus abhanden gekommen ist und wir uns deshalb für die Mahlzeiten an das Exerzitienhaus halten.

Abendliche Anbetung im Heiligtum
Abendliche Anbetung im Heiligtum
Die nachmittägliche Siesta ist hier immer recht umfangreich. Erst um 16.30 Uhr beginnen wir am Nachmittag wieder. Regiorektor José Parodi hat Schwierigkeiten mit seiner Reise und kommt erst um 17.30 Uhr bei uns an. Das Programm dieser Tage wird vorgestellt. Um 18.30 Uhr feiern wir in der Hauskapelle der casa S. José die Heilige Messe am heutigen Hochfest der Erscheinung des Herrn. Regiorektor José Parodi steht der Heiligen Messe vor. Als Konzelebranten stehen ihm seine Regioräte Pepe Plaza und Adrián Gonzalez zur Seite. In der Predigt nimmt José Bezug auf die Gaben der Heiligen drei Könige: Gold, Weihrauch und Myrre. Er lädt uns ein, darüber nachzudenken, was wir in diesem Jahr dem Jesuskind mitbringen? Sind es wertvolle Dinge wie Gold, oder Erfahrungen in unserer Pastoral, die der Verehrung Jesu als Gottessohn dienen und von daher an den Weihrauch erinnern? Oder sind es Erfahrungen von Scheitern, Niederlagen und Unsicherheit, die eher an die Myrre und damit an das Leiden und Sterben Jesu erinnern? Diese Fragen werden uns auch am Dienstag bei unserem Lebensaustausch begleiten.

Um 19.30 Uhr wartet das Abendessen auf uns. Danach mache ich noch einen Abendspaziergang durch den großen Park von Bellavista. Ich möchte nochmals zum Heiligtum gehen, finde aber mehrere Tore auf dem Weg dorthin verschlossen. Aber der liebe Gott meint es gut mit mir: beim Haus der Frauen von Schönstatt ist ein Tor zum Parkplatz noch offen, über das ich zum Heiligtum komme. Hier ist das Allerheiligste ausgesetzt und Beter knien in Stille davor. Ich freue mich, meinen ersten Tag hier mit eucharistischer Anbetung beschließen zu können, mit Dank und Bitte.

In meinem Zimmer zurück nutze ich die Internetverbindung noch, um auf meinem PC die 20.00 Uhr-Nachrichten der Tagesschau und danach einen aktuellen Filmbeitrag des Bayerischen Fernsehens über Papst Benedikt XVI. anzuschauen.

Kreuz der Einheit in Bellavista
Kreuz der Einheit in Bellavista
 

Dienstag, 7. Januar 2020

Auch in dieser Nacht kann ich ruhig und gut schlafen, trotz der Zeitdifferenz von vier Stunden. Wir feiern um 7.30 Uhr die Heilige Messe in der Hauskapelle. Bischof Reinhold Nann, der heute seinen Namenstag feiert, steht der Heiligen Messe vor. In einer kurzen Predigt nimmt er den Impuls von gestern Abend auf, darauf zu schauen, wie unser Gold, Weihrauch und Myrre für Jesus in diesem Jahr aussieht. Er erzählt uns, dass in seiner Prälatur der Rektor des kleinen Seminars und Ökonom der Diözese ihm kürzlich mitgeteilt hat, sich in eine verheiratete Frau verliebt zu haben. Sind die Priester ohnehin schon sehr wenige in seiner Prälatur, so verliert er dadurch nun einen seiner hoffnungsvollsten, jüngeren Priester. Was sagt uns der liebe Gott damit?

Heilige Messe in der Hauskapelle

in der Hauskapelle

Heilige Messe in der Hauskapelle

Heilige Messe

Heute Nacht ist Rodrigo Cabrera aus Santa Maria in Brasilien angereist. Ich kenne ihn von Rom her, wo er bis zum letzten Sommer Kirchenrecht studiert hat. Nun freue ich mich, beim Frühstück neben ihm zu sitzen und mich mit ihm auszutauschen. Er arbeitet in einer kleineren Pfarrei nicht weit von Santa Maria entfernt und kommt gelegentlich ins Kirchengericht seiner Diözese zur Mitarbeit. Er freut sich über seine pastoralen Erfahrungen nach dem langen Studium in Rom.

Von 9.30 Uhr bis 13.30 Uhr steht Lebensaustausch auf dem Programm. Ich lege jedem unserer Mitbrüder Schokolade und Lübecker Marzipan, die ich aus Deutschland mitgebracht habe, auf den Stuhl. Außerdem habe ich wieder zwei Kartons mit den Heftchen über unseren ersten nichtdeutschen Mitbruder Hugo Vásquez Almazán mitgebracht, der aus dieser Regio Nuevo Belen stammt. Ich hoffe, die Mitbrüder können diese Heftchen, die seine Kursbrüder extra ins spanische übersetzen und drucken ließen, verwenden oder verteilen.

Die Mitbrüder erzählten beim Lebensaustausch von ihren Erfahrungen, wo der liebe Gott sie hat wertvolles erfahren lassen, oder ihnen die Bedeutung des Heiligen neu bewusst geworden ist oder sie Leidvolles erlebt haben. Vor allem die Kirche in Chile durchlebt seit einiger Zeit große Herausforderungen durch soziale Eruptionen und einen starken Glaubwürdigkeitsverlust der Kirche nach Missbrauchsfällen und Kumpanei mit den Mächtigen. Für manchen unserer chilenischen Mitbrüder, aber auch in den Nachbarländern, ist ein epochaler Wandel zwar offensichtlich, wohin Gott seine Kirche aber durch eruptive Veränderungen führen möchte, ist oft noch wenig sichtbar. Es ist nicht leicht, in solcher Situation hoffnungsvoll und unverdrossen Gott, der Kirche und den Menschen zu dienen.

Andererseits erfahren die Mitbrüder gerade in den aktuellen Herausforderungen die dringende Bitte der Menschen nach Nähe und Hilfe. Wenn alles unsicher wird, erwarten sich die Menschen Halt und Sicherheit von ihren Hirten. Unsere Mitbrüder organisieren dafür neue Hilfsinitiativen für Menschen, die unter die Räder gekommen sind. Und sie äußern einheitlich, wie froh sie sind, selbst Halt in unserer Gemeinschaft des Schönstatt-Priesterverbandes zu haben. Das ist wohl das große Geschenk, das wir uns gegenseitig machen, dass wir uns über Länder- und Kontinentalgrenzen Anteil aneinander geben und uns gegenseitig unterstützen. Diesen Solidaritätsaspekt unserer Gemeinschaft erlebe ich sehr intensiv und bin dankbar und froh, zu dieser Gemeinschaft gehören zu dürfen.

Gebet am Bildstock (2)

Bildstock

Gebet am Bildstock (1)

Gebet am


 

Chile2020
Um 18.30 Uhr halten wir eucharistische Anbetung mit abschließender Vesper. Von der Hauskapelle ziehen wir in Prozession an den Bildstock am Eingang des Friedhofes und beschließen unsere Gebetszeit dort. 

 

 

 

Nach dem Abendessen bespreche ich noch einige aktuelle Frauen mit den drei Mitbrüdern der Regioleitung.

Fortsetzung

 
 

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