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Haus Moriah Nachrichten Philippinen 2019 06

Reisebericht    
Phil2019

Philippinen  

25. Juni - 8. Juli 2019

Generalrektor
Dr. Christian Löhr
 

 


 

Sonntag, 30. Juni 2019

Armin und ich sind von Father Boboy eingeladen zur Heiligen Messe um 8.30 Uhr in der Kathedrale. Wir haben uns abgesprochen, dass Armin der Messe vorsteht und ich die Predigt halte. Das etwa 100jährige Gebäude der Kathedrale ist in teilweise sehr schlechtem Zustand und wird deshalb für größere Messen nicht mehr genutzt. Bei einem Erdbeben müsste man fürchten, dass sie einstürzt. Jetzt verstehe ich, warum man die neue, große Kathedrale gebaut hat. So findet die Sonntagsmesse im großen Innenhof einer katholischen Schule neben der Kathedrale statt. Die Reihen sind gut gefüllt. Wie hier überall sind vor allem junge Menschen gekommen. Ein Chor junger Leute singt, begleitet von einem Keyboard. Father Boboy konzelebriert, der Diakon, den wir gestern im Bischofshaus kennengelernt haben, verkündet das Evangelium. Viele Ministranten versehen ihren Dienst, darunter auch Mädchen. Es sind keine Kinder mehr, sondern Jugendliche. Ich habe den Eindruck, dass sie gut in ihren Dienst eingewiesen sind und ihn mit großer Ernsthaftigkeit versehen.

Alte Kathedrale von Tandag
Alte Kathedrale von Tandag
 
Phil2019

 

 

 

 

 

In meiner Predigt stelle ich zu Beginn Schönstatt und unser Schönstatt-Institut Diözesanpriester als eine neue Realität der postkonziliaren Kirche vor. Ich spreche von unserer Berufung, als Diözesanpriester in unseren Aufgabenbereichen, vor allem in der Pfarrseelsorge, aus der Spiritualität des schönstättischen Liebesbündnisses heraus unseren Dienst zu tun. Der Blick auf unsere Berufung im Schönstatt-Institut Diözesanpriester gibt mir die Möglichkeit, auch auf die gemeinsame Berufung aller Gläubigen aus Taufe und Firmung zu schauen. Ich schildere meine Eindrücke einer lebendigen Kirche hier in den Philippinen, wo es Familien mit vielen Kindern gibt, die Bevölkerung sehr jung ist und das kirchliche Leben dynamisch und voller Hoffnung erscheint. Im letzten Teil lade ich die Zuhörer ein, nachzudenken, was der Ruf zur Nachfolge, der in den Schrifttexten des heutigen 13. Sonntags im Jahreskreis C aufscheinen, für jeden Einzelnen von uns in seiner je eigenen Lebenssituation bedeuten könnte. Dabei nehme ich Bezug auf die Ergebnisse des Gespräches mit dem neuen Bischof von Butuan, dass die Familien und die Jugend im Zentrum der Pastoral stehen müssen. Ich unterstreiche die Bedeutung der Familie als Keimzelle des Glaubens und kleinste Zelle der Kirche und als Ort, an dem gelernt wird, mit Gott zu sprechen (Gebet) und auf ihn zu hören (Bibellesung).

Nach der Heiligen Messe in der Kathedrale von Tandag
Nach der Heiligen Messe in der Kathedrale von Tandag
 
Phil2019

 

 

 

 

 

Am Ende der Messfeier kommen viele Kinder und Jugendliche nach vorn, um sich einzeln segnen zu lassen. Normalerweise geschieht das mit der Ehrerbietung Priestern gegenüber, die Grußhand zur Stirn zu führen. Ich habe es mir in den letzten Tagen etwas angewöhnt, eher ein Segenskreuz auf die Stirn zu schreiben mit einer kleinen Handauflegung. Wie immer werden auch viele Fotos gemacht.

Nach der Heiligen Messe in der Kathedrale von Tandag
Nach der Heiligen Messe in der Kathedrale von Tandag
 
Kommunionausteilung bei der Heiligen Messe in der Kathedrale von Tandag
Kommunionausteilung bei der Heiligen Messe in der Kathedrale von Tandag

 

 

 

 

 

 

Nachdem wir uns umgezogen haben, schauen wir uns die Kathedrale an. Vor allem der hintere Teil am Haupteingang ist teilweise mit Moos überzogen und es wachsen teilweise Bäume aus dem Mauerwerk. Der Altarraum ist wohl in den letzten Jahren renoviert worden und sehr schön. Es beginnt gerade eine Tauffeier durch den Dompfarrer (Generalvikar), mit dem wir gestern Abend im Bischofshaus zu Abend gegessen haben. Auch Father Boboy und der Diakon reihen sich ein in die Gruppe der Tauffamilie, aber in Zivil. Armin und ich schauen von der ersten Kirchenbank aus zu. Nach etwa 20 Minuten ist die Taufe vorbei und man lädt uns ein, uns zu den Fotos mit dazuzustellen. Diese Fotos bezeugen, wie warm es hier ist: mein graues Kollar-Hemd ist mit großen Schweiß-Flecken überzogen. 

Einzelsegnung nach der Heiligen Messe in der Kathedrale von Tandag
Einzelsegnung
Nach der Taufe in der Kathedrale von Tandag
Nach der Taufe in der Kathedrale von Tandag

 
Phil2019

Father Boboy und der Generalvikar werden von der Tauffamilie zum Mittagessen eingeladen und nehmen Armin und mich dorthin mit. Das Essen findet im Garten eines großen Hotels direkt am Meer statt. Wir kommen dort mit einigen jungen Leuten ins Gespräch. Father Boboy präsentiert uns eine junge Frau als eventuelle künftige Schönstätter Marienschwester. Ich denke, er mache Scherze, gehe aber darauf ein und bin überrascht, dass die junge Frau tatsächlich bestätigt, auf der Suche nach ihrer Berufung zu sein und dass sie sich auch vorstellen kann, Marienschwester zu werden. Wie verschieden ist doch die hiesige Mentalität von der deutschen. In Deutschland hätte diese junge Frau wohl vehement verneint, Schwester werden zu wollen. Hier ist das eine klare Option.

Father Boboy fährt uns ins Hotel zurück und tankt auf dem Weg, weil wir am Nachmittag einen weiten Weg zurück nach Butuan haben. Interessant ist, dass er beim Tanken den Motor nicht abstellt, damit die Klimaanlage weiterläuft. Im Hotel packen wir unsere Dinge zusammen. Der Tidenstand des Meeres ist so tief, dass wir vor dem Hotel jetzt kaum nochmals ins Wasser können. So bin ich froh, dass ich die Internetverbindung des Hotels zur Beantwortung von Nachrichten nutzen kann.

Gegen 15.30 Uhr treten wir unseren Rückweg nach Butuan an. Er führt uns quer durch die Insel. Im Inneren erleben wir den dichten Dschungel. Die Straße schlängelt sich hindurch. Es sind viele Motorräder unterwegs. Leider passieren viele Unfälle. Allein in den letzten Tagen haben wir von mehreren tödlichen Unfällen gehört. Auf unserer Fahrt reflektieren wir die Erfahrungen der letzten Tage und planen für das Kurstreffen ab Montag-Abend in Cebu.

In Butuan sind wir in einem Fast-Food-Restaurant an der Hauptstraße verabredet. Father Steven kommt, auch Sr. Charita, Father Denis und die Mitglieder des Schönstatt-Männerchores. Der Tisch wird reich gefüllt mit verschiedenen Speisen auf Platten, Fisch und Fleisch. Father Boboy muss sich bald verabschieden, weil er bereits heute Abend um 21.00 Uhr nach Cebu fliegt. Es ist sehr laut im Restaurant. Am Nachbartisch spielen Kinder. Gespräche sind schwierig. Von daher ist es gut, dass wir nach dem Essen in einen rückwärtigen Saal gehen können.

Father Denis hat das Bronzekreuz dabei, das ihm Hermann Gebert bei den Marienbrüdern gekauft hat und das in den 1980‘er Jahren im Urheiligtum durch einen Pallottiner-Pater an einem Karfreitag gesegnet wurde. Es stellt Maria und Johannes unter dem Kreuz dar. Es sollte das Altarkreuz in einem künftigen Schönstatt-Heiligtum auf den Philippinen werden. Weil die Marienschwestern in Cebu ein Kreuz der Einheit verwenden, hat Father Denis dieses Kreuz immer noch zu Hause. Er nennt es „Kreuz der Neuevangelisierung“. Es könnte das Altarkreuz in einem möglichen zweiten Schönstatt-Heiligtum auf der Insel Mindanao werden.

Begegnung mit dem Schönstatt-Männerchor in einem Restaurant in Butuan
Begegnung mit dem Schönstatt-Männerchor in einem Restaurant in Butuan
Father Denis schildert uns nochmals kurz, wie es zur Gründung eines Schönstatt-Männerchores zur Gestaltung der 11.00-Messe in der Kathedrale von Butuan gekommen ist. Zuerst waren es nur sieben Sänger. Jetzt sind es mehr. Die meisten sind heute Abend hier. Sie fragen Armin und mich, wie sie in der Schönstatt-Spiritualität weiter wachsen könnten. Sie sehen sich als Teil der Schönstatt-Männerliga. Ich bitte Father Denis und Father Steven, sich zu beraten, wer diese Gruppe künftig geistlich begleiten könnte. Armin wird in Schönstatt bei den Marienbrüdern nachfragen, welche Schönstatt-Literatur man diesen Männern empfehlen könnte. Father Denis bittet Armin und mich auch, bei unseren Besuchen auf den Philippinen regelmäßig eine Begegnung mit dem Schönstatt-Männerchor in Butuan mit einzuplanen, weil sie sich als wichtigen Schönstatt-Teil hier im Land erleben.

Dankbar für diese Begegnung verabschieden wir uns voneinander und fahren in die Pfarrei von Father Steven zur Übernachtung.

Fortsetzung 

 
 

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