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Familienwerk, Familienbewegung
Hubertus Brantzen

Beim Aufbau der Schönstatt-Bewegung nahm P. Kentenich Anfang der dreißiger Jahre die >>Familie als Zielgruppe der >>Seelsorge in den Blick, was im Raum der Kirche zu dieser Zeit ungewöhnlich war. 1933 hielt er erstmals eine Tagung über Ehepädagogik: Alle Glieder der Schönstattfamilie sollen ihre natürliche Familie erneuern, "katholische Eheinseln" schaffen. Er forderte eine Ehebewegung, die die katholische Sicht der >>Ehe in die öffentliche Meinung hinausträgt (MEhp 1933, 8.56). P. Albert Eise übernahm in der Folgezeit die Aufgabe, schönstättische Spiritualität in Ehevorbereitung und -begleitung zu vermitteln.

P. Kentenich lernte 1942 auf dem Zugangsblock des Konzentrationslagers Dachau protestantische Pfarrer, besonders Pfarrer Wilm aus der Bodelschwinghschule von Bethel, kennen. Er deutete diese Begegnung als Aufforderung, einen Verband von Schönstattfamilien zu gründen (Wegw 1967 II, 43). Er wollte die Organisation der anderen Schönstattgliederungen nun auf die Familien übertragen. Ein zweiter Hinweis in die gleiche Richtung war die Begegnung mit Dr. Fritz Kühr, der sich für die Gründung eines Familienverbandes bereiterklärte. Die Gründung fand am 16. Juli 1942 statt. Sie wird als Gründung des Familienverbandes wie auch des Gesamtfamilienwerkes verstanden. Mit der Gründung des Familienverbandes beabsichtigte P. Kentenich etwas völlig Neues: Ehegatten wird der Weg zum "Stand der Vollkommenheit" und zum Leben in einer religiösen Gemeinschaft eröffnet. P. Eise, ebenfalls in Dachau, sollte die Familiengemeinschaft aufbauen, starb jedoch im Konzentrationslager.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde P. Johannes Tick mit dem Auf und Ausbau des Familienwerkes betraut. Die ersten Familien trafen sich an Pfingsten 1947 in Schönstatt. Ein Brief P. Kentenichs aus Santa Maria/Brasilien zur Pfingsttagung 1948 gilt als Gründungsurkunde: "Will die Gottesmutter von Schönstatt aus eine neue menschliche Gesellschaft und einen neuen Menschentyp schaffen, so muss sie notwendigerweise ihre ganze Gnadenmacht auf Schaffung und Vermehrung tragfähiger Schönstattfamilien konzentrieren." (Wegw 1967 II, 51)

Mit der Pfingsttagung 1948 begann die Arbeit der >>Schönstatt-Familienliga. 1950 wurde auf einer Folgetagung der >>Familienbund gegründet. 1968 wurde in Anwesenheit P. Kentenichs die Gründung des Familienverbandes von 1942 durch die Konstituierung des >>Institutes der Schönstattfamilien erneuert.

Ein wichtiger Ertrag der Familienseelsorge P. Kentenichs in Milwaukee war das >>"Hausheiligtum", das sich in der Seelsorge mit einzelnen Familien wie mit Familienkreisen als äußerst fruchtbar erwies. Die Arbeit mit dem Hausheiligtum bestimmte auch in der Folgezeit wesentlich den Auf- und Ausbau der Familienbewegung.

Entscheidende Wegweisungen erhielt die Familienbewegung 1967 durch die Begegnung mit ihrem Gründer am Gründungsort Dachau. Früchte dieser Begegnung waren 1971 die Einweihung eines "Heiligtums der Familie" und 1985 des "Hauses der Familie" in Schönstatt. Mit dem 50jährigen Jubiläum 1992 fanden die drei Familiengemeinschaften neu zusammen in der gemeinsamen Sendung und im Apostolat.

P. Kentenich bezeichnete 1945 das Familienwerk "1. als das jüngste, aber wichtigste Kind der Schönstattbewegung, 2. als Fundament und Krone des ganzen Werkes, und er sagte 3., dass wenn er frei zu wählen hätte und nicht schon durch dringende Aufgaben für die nächste Zeit festgelegt sei er jetzt nach dem Kriege seine eigene Aktivität ganz ins Familienwerk verlegen würde." (N. Martin, Dr. Friedrich Kühr, Vallendar-Schönstatt 1974, 75 f.).

Literatur:

J. Kentenich, Wegweisungen unseres Gründers. Vorträge für das Schönstatt-Familienwerk, verv., drei Bände.

H. und M.Th. Brantzen, 50 Jahre Schönstatt-Familienbewegung, Regnum 26 (1992) 176-182

N. Martin, Neues über Dr. Friedrich Kühr, Regnum 26 (1992) 40 ff.

A. und W. Vollbach, Dr. Friedrich Kühr und Pater Kentenich. Eine geschichtsschöpferische Begegnung, Regnum 29 (1995), 174 180.

Hubertus Brantzen

Akademie für Ehe und Familie, Mainz
Akademie für Familienpädagogik Schönstatt auf´m Berg, Memhölz
Akademie für Familienpädagogik Wien

Unser Weg - Zeitschrift der Schönstatt-Familienbewegung
 

Schönstatt-Lexikon:
Herausgeber: Internationales Josef-Kentenich-Institut für Forschung und Lehre e.V. (IKF)
Verlag: Patris-Verlag, Vallendar-Schönstatt - All rights by Patris-Verlag -
www.patris-verlag.de
Online-Präsentation:  Josef-Kentenich-Institut e.V. (JKI)

Eingestellt von
O. B.
BM
Eingestellt am: 24.11.2010 10:13
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